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Brexit Commentary
BREXIT COMMENTARY
16 July 2020 by Peter Dixon

"The WTO issue is just one manifestation of the ebbing tide of globalisation"

(German below)

It is difficult to look back over the four years since the UK’s referendum on EU membership and conclude that political decision-making and the economic calculus that underpins it has been conducted in a rational manner. A year of legal wrangling was followed by two years of parliamentary impasse which was only broken when Boris Johnson attempted to undermine constitutional norms by suspending parliament. It should not come as a surprise that Brexit has proven difficult to deliver: The vote in favour of it was close, and even amongst its proponents it represents different things to different people. Efforts to sell Brexit as a form of economic liberation have fallen flat and it increasingly looks like just another battleground in a culture war of conflicting social ideas.
With regard to the economics, Brexit will impose obstacles to the UK’s economic performance since it will, of necessity, impose frictions that did not previously exist. But matters have been hugely complicated by the post-referendum decision to leave the European Single Market which is arguably the single biggest own-goal of the exercise. This changes the basis of the trading relationship between the UK and EU by ending the automatic right to tariff-free trade, whilst the associated limitations on free movement have implications for potential growth.

The Brexit ultras do not consider this to be a problem because the adoption of WTO rules will allow the UK to boost trade with faster growing regions of the world. But this is less a choice than a default to lowest common denominator trading rules. No country operates on the basis of WTO rules alone – free trade agreements are a demonstrably superior option and everyone seeks them wherever possible. Nor do WTO rules have much to say about services, the one area where the UK is still relatively successful. To compound the problem, Donald Trump’s actions to undermine the WTO mean that it is currently unable to hear any new disputes.

The WTO issue is just one manifestation of the ebbing tide of globalisation. To the extent that the economic case for Brexit relies heavily on expanding trade with rapidly growing economies, the case for a go-it-alone trade policy has been seriously undermined. Indeed it is arguably the worst time in the post-1945 period to attempt such a policy as rising economic nationalism threatens to raise trade frictions – a problem which will be magnified by the Covid-19 crisis.

This makes it even more important that the UK is able to come to a trade agreement with the EU before end-2020. There may still be some who believe “they need us more than we need them” but the actions of the UK government over the last two years have been inconsistent with its hard rhetoric. Accordingly, much of the recent noise surrounding the UK’s “demands” is simply bluster. It is highly likely that the UK will ultimately sign some form of trade deal in 2020 = albeit a less comprehensive one than that operating today – because to do otherwise is a gamble with the national interest that even Boris Johnson is unlikely to want to take. This is not to say that all the loose ends will be tied up this year. It would be no surprise if some areas, such as financial services, continue to operate on the basis of temporary permissions with a final agreement only possible in the more distant future.

Taking back control may have been the slogan which won the referendum, but by leaving the EU and giving up any right to oversee the rules in the world’s largest consumer market the UK is actually ceding control. The policy makes no sense on so many levels, but then applying rationality to Brexit is like trying to paint a sound.

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Vier Jahre nach dem britischen Referendum über die EU-Mitgliedschaft ist es kaum möglich, zu dem Schluss zu kommen, dass die politische Entscheidungsfindung auf rationale Weise durchgeführt wurde. Das erste Jahr war von Streitigkeiten über Rechtsfragen geprägt, gefolgt von zwei Jahren parlamentarischer Sackgasse. Der Durchbruch kam erst als Boris Johnson versuchte, mit der Suspendierung des Parlaments einen Präzedenzfall zu schaffen. Es ist keine Überraschung, dass es schwierig war, die Brexit-Versprechen einzulösen: Das Votum dafür war knapp, und selbst unter seinen Befürwortern vertritt es für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge. Der Versuch, Brexit als eine Form der wirtschaftlichen Befreiung zu verkaufen, ist gescheitert. Stattdessen sollten wir es als Schlachtfeld in einem Kulturkampf gegensätzlicher sozialer Ideen betrachten.

Brexit wird die Wirtschaftsleistung Großbritanniens behindern, da es Reibungsverluste im Handel mit sich bringen wird, die vorher nicht existierten. Aber die größte Komplikation wird sich aus der Entscheidung nach dem Referendum ergeben, den europäischen Binnenmarkt zu verlassen. Dies wird zu einer totalen Veränderung der Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU führen. Einerseits wird es das automatische Recht auf zollfreien Handel beenden, und andererseits hat das Ende der Freizügigkeit negative Auswirkungen auf das potenzielle Wachstum.

Die Befürworter eines harten Brexit halten dies nicht für ein Problem. Sie gehen davon aus, dass die Übernahme der WTO-Regeln es Großbritannien ermöglichen wird, den Handel mit schneller wachsenden Regionen der Welt anzukurbeln. Aber die WTO-Regeln stellen nur sehr grundlegende Handelsregeln dar, und kein Land verlässt sich allein auf sie. Freihandelsabkommen sind eine viel bessere Option. Auch bei den Dienstleistungen, dem einzigen Bereich, in dem Großbritannien noch relativ erfolgreich ist, haben die WTO-Regeln keinen großen Einfluss. Erschwerend kommt hinzu, dass die Maßnahmen von Donald Trump zur Untergrabung der WTO dazu führen, dass die WTO derzeit nicht in der Lage ist, sich neue Streitigkeiten anzuhören. Einfach gesagt, sie ist nicht mehr zweckdienlich.

Die WTO-Frage ist eine Manifestation der nachlassenden Globalisierung. Da Brexit auf den expandierenden Handel mit schnell wachsenden Volkswirtschaften setzt, wurde das Argument für eine eigenständige Handelspolitik untergraben. In der Tat ist es wohl der schlechteste Zeitpunkt in der Period nach 1945, um eine solche Politik zu versuchen. Der zunehmende Wirtschaftsnationalismus droht, Handelskonflikte auszulösen. Dieses Problem wird durch die Covid-19-Krise noch verschärft werden.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass Großbritannien vor Ende 2020 ein Handelsabkommen mit der EU abschließen kann. Es mag immer noch einige geben, die glauben, "sie brauchen uns mehr als wir sie brauchen". Aber die Maßnahmen der britischen Regierung in den letzten zwei Jahren stehen im Widerspruch zu ihrer harten Rhetorik. Dementsprechend ist ein Großteil der jüngsten Kommunikation über die "Forderungen" Großbritanniens bedeutungsloser Lärm. Ich bleibe bei der Meinung, dass Großbritannien im Jahr 2020 irgendeine Form von Handelsabkommen unterzeichnen wird. Alles andere stellt das nationale Interesse aufs Spiel. Selbst Boris Johnson wagt das nicht. Das soll nicht heißen, dass alle Details noch in diesem Jahr vereinbart werden. Es wäre daher keine Überraschung, wenn einige Bereiche, wie z.B. die Finanzdienstleistungen, weiterhin auf der Grundlage befristeter Genehmigungen operieren und ein endgültiges Abkommen erst in fernerer Zukunft möglich ist.

Der Slogan, mit dem das Referendum gewonnen wurde, war, die Kontrolle zurück zu bringen. Aber der Austritt aus der EU bedeutet Verzicht auf jegliches Recht, die Regeln auf dem größten Verbrauchermarkt der Welt zu überwachen. Im Effekt hat Großbritannien tatsächlich die Kontrolle abgegeben. Künftige Generationen von Historikern werden sich zweifelsohne fragen, warum.



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Peter Dixon, chief UK economist for Commerzbank UK in London


Peter Dixon Brexit Commentary
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Brexit Commentary Overview ...

"As one of the leading consulting companies in the field of Market Entry Consulting to Germany, the past 35 years the UK has been a great and exciting market for us. The membership in the BCCG is therefore an important component for us and an ideal platform for the exchange with fellow members and British companies. The possibilities for making interesting, cross-industry contacts, are extremely diversified. "

"Als eine der führenden Beratungsfirmen im Bereich der Market Entry Beratung nach Deutschland, ist für uns seit 35 Jahren UK stehst ein großer und spannender Markt. Die Mitgliedschaft in der BCCG ist daher für uns eine wichtige Komponente und optimale Plattform zum Austausch mit anderen Mitgliedern sowie britischen Unternehmen. Die Möglichkeiten, interessante, branchenübergreifende Kontakte zu knüpfen, sind äußerst vielfältig."

BCCG-TestimonialAndreas Wilke
Member of the Board of Directors
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